Sicherheitsverglasung

Sicherheitsverglasungen haben einen vielfältigen Nutzen. Sie helfen gegen Einbrüche, gegen Absturz, gegen Glasbruch. Sogar gegen Beschuss und Sprengmittel gibt es entsprechenden Sicherheitsverglasungen. Sicherheitsverglasungen sind in öffentlichen Einrichtungen seit Jahrzehnten gang und gäbe. In Zeiten, in denen die Einbruchraten stetig steigen, ist es nicht nur menschlich, sondern auch extrem sinnvoll im privaten Haushalt über eine zusätzliche Sicherheitsverglasung nachzudenken. Schließlich möchte niemand ungebetene Gäste in den eigenen vier Wänden vorfinden. Bei der Sicherheitsverglasung unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Arten:

  1. Verbundsicherheitsglas
  2. Einscheibensicherheitsglas
  3. absturzsichernde Verglasungen
  4. durchwurfhemmende Verglasungen
  5. durchbruchhemmende Verglasungen
  6. beschusshemmende Verglasungen
  7. sprengwirkungshemmende Verglasungen

Je nach Fensterart und Platzierung kommen unterschiedliche Varianten zum Einsatz.

Verbundsicherheitsglas (VSG)

Verbundsicherheitsglas (VSG) ist ein Verbund aus zwei Floatglasscheiben. Die beiden Floatscheiben sind mithilfe einer Folie aus elastischem Kunststoff fest miteinander verbunden. Wird nun ein schwerer Gegenstand gegen das Fenster geworfen, zersplittert es nicht mehr in tausend einzelne Teile. Stattdessen hält die Folie die Glassplitter fest zusammen und schützt weiterhin vor ungewollte Splitterbildung. Verbundsicherheitsglas kann zum Schutz gegen Einbruch verwendet werden, stellt aber kein ausgewiesenes einbruchhemmendes Glas dar. Vor einigen Jahren wurde Verbundsicherheitsglas noch dafür empfohlen. Dies ist jedoch heute nicht mehr der Fall. VSG kann wahlweise innen und außen eingesetzt werden. Nicht selten wird dieses Glas in verglasten Eingangstüren verwendet um sich bei einem Sturz gegen die Glasscheibe nicht an scharfen Splittern zu verletzen. Bei Deutsche Fensterwerke finden Sie verschiedene Arten von Verbundsicherheitsglas:

  • VGS 6 mm innen
  • VGS 6 mm außen
  • VGS 8 mm innen
  • VGS 8 mm außen

Verbundglas kann wie jedes andere Fensterglas mit Ornamenten versehen werden, ohne dass die Schutzfunktion darunter leidet.

Einscheibensicherheitsglas (ESG)

Einscheibensicherheitsglas (ESG) ist thermisch vorgespannt Glas. Innerhalb des Herstellungsprozesses wird die Glasscheibe auf mehr als 600 Grad aufgeheizt und sehr schnell wieder mit einem kalten Luftgebläse abgekühlt. Das bedeutet, dass das Glas ein engmaschiges Netz aus kleinen, stumpfkantigen Glaskrümeln bildet, wenn es zu Bruch geht. Aufgrund des Herstellprozesses ist ESG ein sehr hartes Glas, das erst sehr spät bricht. Dies ist auch der Grund, warum Einscheibensicherheitsglas bei Ganzglasduschabtrennungen oder Ganzglastüren eingesetzt wird. Dieses Glas wird nicht zum Einbruchschutz eingesetzt.

Auch hierfür sind verschiedene Varianten bei Deutsche Fensterwerke erhältlich:

  • EGS 6 mm innen
  • EGS 6 mm außen
  • EGS 8 mm innen
  • EGS 8 mm außen
  • EGS 8 mm innen und außen

Einscheibensicherheitsglas eignet sich besonders für sehr große Scheibenfronten. Sollte einmal jemand ausversehen stolpern oder gegen die Scheibe geworfen werden, wird durch die stumpfkantigen Glaskrümel die Verletzungsgefahr verringert. Einscheibensicherheitsglas wird gern bei Wintergärten, bei Balkontüren, Carports oder Lärmschutzwänden eingesetzt. ESG kann auch mit Ornamentmuster bestellt werden.

Absturzsichernde Verglasung

Absturzsichernde Verglasungen finden Ihren Einsatz in z.B. Fenstern, Geländern und Brüstungsverglasungen. Es wird in unterschiedlichen Kategorien unterschienen wie zum Beispiel linienförmig gelagerte Scheiben. Es wird in Kategorie A – C unterschieden. Die Vorschriften der absturzsichernden Verglasung finden sich in der TRAV (Technische Richtlinie für absturzsichernde Verglasungen). Absturzsichernde Verglasungen werden zumeist dann eingesetzt, wen die in der Landesbauordnung vorgeschriebene Absturzhöhe unterschritten wird. Dies kann bei niedrigen Fensterbrüstungen der Fall sein. In der Regel bestehen absturzsichernde Verglasungen aus einer Kombination aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) und Verbundsicherheitsglas (VSG). Die Scheibendicke der einzelnen Gläser wird mitunter durch die Scheibengröße beeinflusst. Absturzsichernde Verglasungen werden mit einem Pendeltest getestet. Hierdurch wird die Anpralllast durch einen Menschen simuliert.

Durchwurfhemmende Verglasung

Die durchwurfhemmende Verglasung wird überwiegend als Einbruchschutz eingesetzt. So ähnlich wie bei Verbundsicherheitsglas besteht die durchwurfhemmende Scheibe aus mehreren Floatglasscheiben, welche mittels einer elastischen Folie (PVB-Folie) miteinander fest verbunden sind. Im Vergleich zum VSG besteht das durchwurfhemmende Glas allerdings nicht nur aus zwei Floatglasscheiben, sondern aus 3 und mehr. Zwischen jeder Glaslage wird eine Folienlage eingefügt. Für diese Gläser besteht ein einheitliches Prüfverfahren bezüglich der Widerstandsklasse. Noch vor einigen Jahren waren diese Gläser noch unter der DIN 52209-3 als A1-Glas oder A3-Glas gut bekannt. Im Zuge der Europäisierung der Normen wurden die Gläser umbenannt und findet sich jetzt in der DIN EN 356. Jahre zuvor war A3-Glas auch als VdS-Klassen EH01 bekannt.

A1-Glas = P2A
A3-Glas = P4A 

Durchwurfhemmende Gläser gibt es in den Stufen P1A – P5A. Die am meisten verwendeten Varianten sind P2A, P4A und P5A.

Zur Prüfung der Durchwurfhemmung wird eine Stahlkugel mit 4,11 Kg Gewicht aus unterschiedlichen Höhen auf eine Scheibe mit der Größe 110x90cm fallen gelassen.

Durchbruchhemmende Verglasung

Durchbruchhemmende Verglasungen stellen nicht nur eine gesteigerte Einbruchshemmung dar, sondern werden auch im öffentlichen Bereich, wie z.B. Schulen und Turnhallen eingesetzt. Durchbruchhemmende Gläser waren vor einigen Jahren noch als B-Glas bekannt. Auch hier wurde im Zuge der EU-Normen eine Änderung der Bezeichnung durchgeführt.

B1-Glas = P6B
B2-Glas = P7B
B3-Glas = P8B

Im Unterschied zu durchwurfhemmenden Verglasungen werden durchbruchhemmende Verglasungen mittels Axtschlägen geprüft. Die Axt ist hierbei 2 Kg schwer. Es wird in die 110x90mc große Scheibe versucht ein 40x40cm großes Loch zu schlagen. 

Durchschusshemmende Verglasung

Durchschusshemmende Gläser sollen wie der Name bereits vermittelt vor Beschuss schützen. Die Gläser müssen unterschiedlichen Geschossarten standhalten um eine gewisse Klasse zu erreichen. Früher waren Durchschusshemmende Gläser auch als C-Gläser bekannt. Die Prüfung der Widerstandsklasse erfolgt durch Beschuss einer Scheibe mit der Größe 50x50cm. Die Scheibe wird 3 Mal beschossen, wobei sich die Einschüsse in einem definierten Feld im Zentrum der Scheibe befinden müssen. Die gängigsten durchschusshemmenden Gläser finden sich in den Stufen BR1 – BR7.

Sprengwirkungshemmende Verglasung

Sprengwirkungshemmende Verglasungen sollen einer auftreffenden Druckwelle durch Sprengmittel standhalten. Daher werden diese Gläser mittels Druckstoß getestet. Eine 110x90cm große Scheibe wird 20ms lang unterschiedlichem hohem Druckstoß ausgesetzt. Dies simuliert eine Sprengung mit TNT von 100 – 2500Kg in einer Entfernung von 30 – 50 Metern. Sprengwirkungshemmende Gläser waren vor wenigen Jahren noch als C-Gläser bekannt, gibt es diese heute in den Stufen ER1 – ER4.