Fenstersprossen: Einzigartige Designelemente

Sprossen sind schöne Gestaltungselemente, die den Fenstern einen unverwechselbaren Charme verleihen. Insbesondere bei Altbauten, Fachwerkbauten, historischen Gebäuden oder Neubauten im Landhausstil dürfen Fenstersprossen nicht fehlen. Aber auch die Fensterfront in modernen Gebäuden kann durch den Einsatz von Sprossen aufgewertet werden. Früher wurden die Elemente vor allem aus dem Grund verbaut, weil die Produktion von großflächigen, durchgehenden Fenstern noch nicht möglich war. So setzte man einfach mehrere Scheiben aneinander und verband sie mithilfe der Sprossen. Heute dienen Fenstersprossen vorwiegend als Designelement und können selbst nachträglich auf bereits eingebaute Fenster angebracht werden.

Sprossensysteme

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschieden Sprossentypen:

  1. Echte Sprossen (glasteilende Sprossen)
  2. Wiener Sprossen (aufgesetzte Sprossen)
  3. Helima Sprossen (innenliegende Sprossen)

Alle drei Sprossentypen sind unterschiedlich aufwendig in der Herstellung und unterscheiden sich deshalb auch im Preis. Ursprüngliche Fenstersprossen sind "Echte Sprossen", die das Scheibenglas unterbrechen. Mittlerweile gibt es aber auch preisbewusstere Varianten – sogenannte Ziersprossen – für kleinere Geldbeutel, die ebenso einen schönen Sprosseneffekt zaubern.

 

Glasteilende / Echte Sprossen

Echte Sprossen oder glasteilende Sprossen bezeichnen das ursprüngliche Sprossensystem, das schon im 19. Jahrhundert verwendet wurde. Hier wird das Fenster in mehrere kleine Scheiben unterteilt, die durch Sprossen miteinander verbunden sind. Sie sind besonders authentisch, da sie den echten, ursprünglichen Sprossencharakter wiedergeben. Früher wahren echte Sprossenfenster in der Verarbeitung noch nicht so ausgereift wie heute, sodass durch das Sprossenkreuz viel Wärme nach außen verloren ging. Nachteilig bei echten Sprossen ist ein gewisser Wärmeverlust über die Sprosse, besonders bei Kreuzsprossen. Glasteilende Sprossen sind aber auch in der Herstellung aufwendiger als andere Sprossensysteme und damit auch teurer.

 

Aufgesetzte / Wiener Sprosse

Aufgesetzte Sprossen werden direkt von beiden Seiten auf die Fensterscheibe aufgesetzt. Zudem verstärkt eine Blindsprosse im Scheibenzwischenraum den echten Sprosseneffekt. Dieses Sprossensystem hat zwei Vorteile: Einerseits sind aufgesetzte Sprossen schmäler als echte Sprossen, erscheinen also filigraner. Andererseits können aufgesetzte Sprossen auch problemlos auf bereits eingebauten Fenstern nachgerüstet werden. Aus der Ferne erkennt man den Unterschied zwischen aufgesetzten und echten Sprossen kaum.

 

 

Innenliegende/ Helima-Sprossen

Das dritte und letzte Sprossentyp ist die innenliegende Sprosse, auch Helima-Sprosse oder Scheibenzwischenraum-Sprosse (SZR-Sprosse) genannt. Hier wird die Sprosse im Scheibenzwischenraum verbaut. Diese Variante ist besonders pflegeleicht und schmal. Die Scheibe kann im Ganzen gereinigt werden und die Helima-Sprosse stellt die schmälste der drei Sprossentypen dar . Die innenliegende Sprosse ist die günstigste der drei verfügbaren Typen.

Sprossenkreuz aus unterschiedlichen Materialien

Fenstersprossen sind in den Materialien Holz, Kunststoff oder Metall erhältlich. Je nach Fensterrahmenmaterial und Baustil kommen unterschiedliche Materialien zur Anwendung. Holzsprossen passen hervorragend zu Gebäuden im Landhausstil, zu Fachwerkhäusern oder Altbauten. In modernen Neubauten werden auch gern weiße oder farbige Sprossenkreuze aus Kunststoff oder Aluminium verbaut. Die Sprossen sollten farblich natürlich auf den Fensterrahmen abgestimmt werden.

 

 

Vorbehalte gegenüber Fenstersprossen

Es gibt zahlreiche Vorbehalte gegenüber Fenstersprossen. Einerseits gelten Sprossen häufig als Energiefresser. Dank hochwertiger Profile und effizienter Wärmeschutzverglasung entsprechen moderne Sprossenfenster längst den hohen Anforderungen der EnEV (Energieeinsparverordnung).

Auch hinsichtlich der aufwendigeren Reinigung werden häufig Bedenken geäußert. Bei echten und aufgesetzten Sprossen ist die Pflege tatsächlich etwas aufwendiger, da jedes Scheibenelement einzeln geputzt werden muss. Bei innenliegenden Sprossen besteht kein erhöhter Reinigungsbedarf. Der Vorbehalt, die Reinigung der Sprossenfenster sei sehr aufwendig, geht aber auf die sehr alten Sprossenfenstermodelle zurück. Früher war es üblich, ein Fenster in bis zu 24 einzelne kleine Scheiben zu teilen. Hier war der Reinigungsaufwand natürlich enorm. Heutzutage ist solch eine Kleineinteilung jedoch nicht mehr üblich, sodass sich auch der zeitliche Aufwand für das Fenster putzen in Grenzen hält.

Ein dritter und letzter Vorbehalt gegenüber Sprossenfenster ist der hohe Preis. Echte, scheibenteilende Sprossen sind aufwendig in der Fertigung, deshalb muss man für solche Modelle tiefer in die Tasche greifen. Fenster mit aufgesetzten oder innenliegenden Sprossen sind einfacher zu fertigen und können teilweise sogar bei bestehenden Fenstern nachgerüstet werden. Wer mit einem kleineren Budget arbeitet, muss trotzdem nicht auf die schönen Fenstersprossen verzichtet. Wiener oder Helima Sprossen sind eine tolle und preisbewusste Alternative zu echten Fenstersprossen.